PRESSESPIEGEL
Auch die Presse fährt Fahrrad und hat mal wieder den richtigen Riecher für Trends. Wir bedanken uns und zeigen hier eine kleine Auswahl:
- www.ace-online.de, 2009
- Kölner Stadtanzeiger, 2008
- Berliner Zeitung, 2008
- Rheinland Pfalz - Reisemagazin, 2008
- www.berlin-maximal.de, 2008
- Lifestyle Plus Magazin, 2008 (NL)
- Ekstra Bladet, 2008 (SE)
- Sächsische Zeitung, 2007
- Fuldaer Zeitung, 2007
- Neue Westfälische Bielefelder Tageblatt, 2007
- Ruhrnachrichten, 2007
- Busmagazin Kirschbaum, 2007
- Diplomatisches Magazin, 2007
- Kampioen, 2007 (NL)
- Achimer Kreisblatt, 2006
- Fränkischer Tag, 2006
- www.dieberlinseite.de, 2006
- Freie Presse - Reisemagazin, 2006
- Trostberger Tageblatt, 2006
- Berliner Morgenpost, 2004
- Thüringische Landeszeitung, 2004
- Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 2004
- Thüringer Zeitung, 2004
- Freie Presse Chemnitz, 2004
Kölner Stadtanzeiger, 2008
Berliner Zeitung, 2008
Rheinland Pfalz - Reisemagazin, 2008
Lifestyle Plus Magazin, 2008 (NL)
Ekstra Bladet, 2008 (SE)
Sächsische Zeitung, 2007
Fuldaer Zeitung, 2007
Neue Westfälische Bielefelder Tageblatt, 2007
Ruhrnachrichten, 2007
Busmagazin Kirschbaum, 2007
Diplomatisches Magazin, 2007
Kampioen, 2007 (NL)
Achimer Kreisblatt, 2006
Fränkischer Tag, 2006
Freie Presse - Reisemagazin, 2006
Trostberger Tageblatt, 2006
Berliner Morgenpost, Freitag, 7. Mai 2004
Mit dem Rad auf Entdeckungstour
Neuer Radtourenveranstalter stellt sein Programm vor
VON ANDREA PUPPE
"Vom Rad aus kann man eine Stadt am besten entdecken", sagt Martin Wollenberg und hat konsequenter- weise mit seinem Team sechs neue Radtouren entwickelt, die Berliner wie Touristen seit April erfahren können. 16 neue Tourenräder mit Federung, Fahrrradkörben und in Damen- wie Herren-Ausführung stehen für alle bereit, die ihr eigenes Rad nicht mitbringen. In deutscher und englischer Sprache geführt, geht es auf Rundkursen mit- je nach Teilnehmerzahl -ein bis zwei Guides ab U-Bahnhof Eberswalder Staße (Ecke Schönhauser Allee, vor der Berliner Bank) auf Tour.
Alle Touren kosten 9,50 Euro (ermäßigt 8,50 Euro)pro Teilnehmer, die Radmiete kostet vier Euro. Jede Tour dauert etwa vier Stunden, das Tempo wird der Sportlichkeit der Teilnehmer angepasst.
"Am beliebtesten ist bislang die Mauer-Tour, die wir sonntags und mittwochs um 10 Uhr anbieten", sagt Wollenberg. Erster Stopp der Mauer-Tour ist der Fußgänger-Steg an der Sonnenburger Straße, "weil viele gar nicht wissen, wie Mietskasernen mit Außenklo zu DDR-Zeiten aussahen", sagt Wollenberg. An der Bösebrücke, an der am 9. November 1989 um 23.14 Uhr die Schranke hochging und der erste Trabi in den Westen fuhr, verweilt das Grüppchen länger.

- Martin Wollenberg und Gunar Jäkel zeigen Berlinern und Touristen Berlin per Pedales; Foto:Puppe
Weiter gehts durch den Mauerpark, am Gleimtunnel vorbei Richtung Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. "Dort spielte die DDR- Nationalmannschaft am 28. März 1990 ihr letztes Fußballländerspiel gegen die USA und gewann 2:2", weiß Wollenberg zu berichten. An der Bernauer Straße verläuft ein gemauerter Streifen mit eingelassener Metallplatte, der verkündet, dass an dieser Stelle die Berliner Mauer verlief. "Wenn man die Schrift lesen kann, steht man im Westen", sagt Wollenberg. Um Menschen, die entlang der Bernauer Straße mit einem Sprung aus dem Fenster in letzter Sekunde wärend des Mauerbaus in den Westen flüchteten, und um die Tunnelbauer, die 98 Menschen zur Flucht verhalfen, geht es in diesem Teil der Tour, die vorbei an der Versöhnungskirche, der Gedenkstätte Berliner Mauer bis zur Gar- tenstraße führt.
An der Liesenstraße sind noch Original-Mauerreste zu sehen, vom früheren Grenzübergang Chausseestraße kann man die Friedhöfe entlang der Liesenstraße sehen, für die man früher "Grab karten" benötigte, um im Grenz gebiet die Gräber Verstorbener An gehöriger pflegen zu dürfen. Höhepunkt der Mauertour ist ein Abstecher in die einzige Gedenkstätte für Berliner Maueropfer, den erhaltenen Mauer-Wachturm an der Kieler Straße. Dort hat Jürgen Litfin, Bruder des am 24. August 1961 erschossenen ersten Maueropfers Günter Litfin, Informationen über Sperranlagen und Fotos von Mauerkunstwerken und Erinnerungen an seinen Bruder zusammengetragen. Der waschechte Berliner erzählt anschaulich und eindrucksvoll über seine Erlebnisse. So eindrucksvoll, dass der Rest der tour - Invalidenfriedhof, Regierungsviertel und Reichstag bis zum Brandenburger Tor über den Potsdamer Platz und die Niederkirchnestraße zum Endpunkt Check-point Charlie- nachdenklich verläuft. Gut, dass Wollenberg am Lenné-Dreieck noch eine Anekdote parat hat und von der West-Ost-Flucht der Besetzer des Lenné- Dreiecks vor der anrückenden Polizei am 1. Juli 1988 berichtet. Wochen zuvor hatten sie auf dem eigentlich der DDR gehörenden Land ein Hüttendorf errichtet, das nach einem Gebietsaustausch nunwieder dem Westen gehörte.
Tour für Partymenschen: Hauptstadt-Clubs
Die DJs der Stadt arbeiten in der Nacht. Am Morgen wird geschlafen, aber nachmittags haben sie zum Glück Zeit, den Nachtschwärmern die Stätten ihres Wirkens mal bei Tageslicht zu zeigen. Die Berliner Club-Szene ist so vielfältig, dass selbst eingeschworene Berliner Partygänger nicht immer auf dem Lau- fenden sind.
Hier setzt das Programm von Martin Wollenberg an: Interessierte erfahren die Clubs am Tage, lernen auch gleich noch etwas über die Türpolitik, den Style und das Programm des Clubs. "Wir arbeiten auch mit Soundbeispielen", erläutert "Wollo". Mehr als 20 Clubs, vom Maria (inzwischen an der Schillingbrücke) über das Café Moskau bis zum Tresor, Knaack oder Watergate beinhaltet die Club- Strampeltour.
Auch geradezu "historische" aber längst vergangene Stätten der Clubkultur wie etwa das E-Werk oder der Bunker in der Reinhardtstraße werden auf der Rundtour angesteuert. Entscheiden, wo man die Nacht durchtanzt, muss dann jeder Teilnehmer selbst, (Mi., 18 Uhr, Sa., 15 Uhr)
apu
Der Klassiker: Berlin-Mitte im Überblick
Der quietschfidele Prenzlberg, das edle Scheunenviertel und Preußens Glanz und Gloria kann man während der Berlin Classic-Tour erle- ben. Martin Wollenberg empfiehlt die Tour Kurzbesuchern, weil "sie einen schönen überblick bietet". Bis zum Kudamm ist es von der Basisstation der "Berlin on Bike"-Crew auf dem Rad ein wenig weit, weshalb sich der Veranstalter auf den Ostteil der Stadt beschränkt. Bröckelige Fassade und edel sanierte Gründerzeitbauten, die Hacke- schen Höfe, die Museumsinsel.
"Die kann man mit dem Rad sehr gut umrunden", sagt "Wollo". Am Lustgarten legen die Stadttour-Biker eine Rast ein, ringsum gibt es viel Sehenswertes zu erläutern.
Weiter geht es dann in Richtung Regierungsviertel, zum Reichstag, wo Wollo auch gern die Geschichte vom Bolz-Verbot auf dem Edel- Rasen erzählt. Der gebürtige Reinickendorfer kennt die schöne Wiese noch aus alten West-Berliner Zeiten. Über Potsdamer Platz und Gendarmenmarkt führt die Tour dann zum Ausgangspunkt Eberswalder Straße zurück (Sbd. und Mo., 10 Uhr).
apu
Die Fun-Tour Für Sportler und Frischluft-Fans
Eine neue Tour ab 12. Juni könnte zum Pflicht-Programm für alle da- heim gebliebenen Berliner avancieren: die Fun-Tour. Wohl kaum eine andere Stadt außerhalb des Mittelmerraumes ist im Sommer, wenn sich das Leben bis tief in die Nacht auf der Straße abspielt, so reizvoll wie Berlin.
Tango tanzen an den Kolonnaden, Beachvolleyball spielen auf dem Alex, Hochseil-Klettern am Ostkreuz, Golfen an der Habersaathstraße: Das "Berlin on Bike"-Team fährt Fun-Sportstätten, aber auch Freiluft-Kinos an. Auch die eine oder andere Strandbar wird besucht.
"Im Augenblick recherchieren wir noch die beste Strecke", sagt Martin Wollenberg. Der Bundespressestrand werde an seinem neuen Standort zum Beispiel kürzere Zeit Sonne haben, weiß Wollenberg bereits. "Da muss man erst mal schau- en, wie das aussieht, wenn die Strandbars fertig sind, erst dann wählen wir aus, welche wir dann anfahren." Informationen über Berlins Event-Kultur und den einen oder anderen kühlen Drink gibt es dazu. (FR. und Sa.,15 Uhr )
apu
Per Pedales: Die Veranstalter
Es gibt mehrere Berliner Stadtführer, die sich auf die umweltfreundliche und gemütliche Entdeckungstour durch die Hauptstadt
spezialisiert haben. Wir stellen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einige Alternativen vor;
Berlin on Bike, www.berlinonbike.de, Treffpunkt U-Bahnhof Eberswalder Straße, Tel.:440 48 300
Zweiradtouren, www.zweiradtouren.de, Treffpunkt: Fehrbelliner Straße 82 in Mitte, Tel;:536 482 89,
Touren für Gruppen und Einzelreisende zum Beispiel 8 Kilometer
durch den "Prenzlauer Berg- Kiezkultur und Lebenskünstler", 14,50 Euro pro Person, 8,50 Fahrradmie-
te. Auch eine Landpartie nach Potsdam oder eine Shopping-Tour durch Mitte ist im Angebot. Pro Gruppe wird bei Bedarf ein Fremd-
sprachenzuschlag erhoben, Englisch, Französisch, Niederländisch und Spanisch werden angeboten.
Auch die mit mehreren Läden in Berlin vertretenen Fahrradstationen bieten Touren in Berlin an.Info. www.fahrradstation.de, oder Fahr- radstation im Bahnhof Friedrichstraße, Tel.: 204 54 500. Speziell an englischsprachige Touristen richtet sich das Angebot von Fat Tire Bike Tours. Täglich um 11 Uhr treffen sich die Biker direkt am Fernsehturm nahe Alexanderplatz. Die Tour kostet 20 Euro, ermäßt 17 Euro und führt vorbei an den relevanten Sehenswürdigkeiten der Innenstdt. Info: www.fattirebiketoursberlin.com.
Thüringische Landeszeitung, Sonnabend, 22.Mai 2004
Per Rad durchs Kiez
"Berlin on Bike" zeigt andere Seiten der Spreemotropole

- STADTBUMMEL: So rasant geht es bei den Touren nicht zu.
Touristen können die deutsche Hauptstadt in diesem Sommer per Bike mit sachkundigem Führer erkunden. "Wo der Stadtrundfahrt-Bus nur vorbeifährt, umrunden wir interessante Gebäude entspannt", erläutert der Berliner Martin Wollenberg seinneues Angebot.
Insgesamt sechs Fahrradrouten jeweils zwei Mal wöchentlich durch die Metropole an der
Spree offeriert das im April gegründete Kleiunternehmen "Berlin on Bike". Die Stadt habe
mehr zu bieten, als die klassischen Sehenswürdigkeiten, weiß Wollenberg. Deswegen unter-
scheide sich seine Tourenauswahl deutlich von herkömmlichen Konzepten.
So besuchen die Fahrradfahrer auf der "Mauer-Tour" den Wachturm an der Kieler Straße,
auf dem der Bruder des ersten Mauer-Opfers, Jürgen Litfin, die
Konstruktion der tödlichen Grenzanlagen erklärt. "Authentizität ist uns sehr wichtig", betonte Wollenberg. Daher wird
die "Afternoon-Club-Tour", die eine Stippvisite in Berlins zahlreiche Tanztempel gewährt,
auch von DJs präsentiert. Während "Berlin im Überblick" ideal für Kurzbesucher ist, steu-
ert die "Fun-Tour" Strandbars, Golfplätze in der Innenstadt sowie Freilichttheater an. Die
"Nightseeing-Tour" fürt vorbei an illuminierten Gebäuden, und auf der "Gay-Tour" lernen die
Fahrradfahrer nicht nur die schwulen Kieze der Stadt kennen, sondern tauchen auch in die homosexuelle Geschichte
Berlins ein.
Knapp vier Stunden dauern die Rad-Rundfahrten. "Niemand wird dabei überstrapaziertv, verspricht Wollenberg. Die Strecken verlaufen - wo immer möglich - abseits vom starken Autoverkehr. Alle Touren starten am U-Bahnhof Eberswalder Straße im Stadtteil Prenzlauer Berg. Neben den festen Terminen sind auch individuelle Buchungen möglich. Die Führungen werden nach Absprache auch in Englisch angeboten. Fahrräder müssen nicht mitgebracht, sondern können gegen einen Aufpreis geliehen werden. eine Tour kostet 9,50 Euro.
Michael WINCKLER
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Sonnabend, 28.August 2004
Mit dem Rad durch Berlin- auf Nightseeing- oder Mauertour
Die Hauptstadt pflegt pfiffige Ideen für strampelstarke Entdeckernaturen

- Auf Rädern und Themen-routen durch die Hauptstadt touren,
hier am Checkpoint Charlie. FOTO: BTM
Berlin macht von sich reden - an dieser Stelle nicht politisch gesehen. Unsere Hauptstadt erlebt 2004 einen wahren Touristen-Boom - nicht nur derMoMa-Schau wegen. Die Metropole zeigt sich einfach bärenstark mit ihren pfiffigen Ideen für Entdeckernaturen.
Dass Berlin eine Reise wert ist, weiß man. Doch sei vermerkt, dass die Gastgeber nicht müde werden, immer neue Möglichkeiten auszutüfteln,
um ihren Gästen die bekannten wie unbekannten Seiten der deutschen Hauptstadt auf attraktive Art und Weise zu erschließen. Ein neues Angebot in
diesem Jahr ist "Berlin on Bike": Auf sechs verschiedenen, geführten RadRouten, rund vier Stunden lang, kann der Vesucher
durch die Stadt strampeln. Wer sich als "Einsteiger" den Durchblick verschaffen möchte, wähle die tour "Berlin im Überblick" -
und damit die klassischen touristischen Höhepunkte und Szene-Treffs. Nach diesen Erfahrungen steigt vielleicht dielust auf besonders
Originelles. Machbar: Die "Fun-Tour" führt Velo-Freunde zu Schauplätzen wie Strandbars, Freilichttheatern oder Golf in der
City. Die gefragte "Mauer-Tour" begleitet Ausflügler in die geteilte deutsche Vergangenheit: per Rad auf dem ehemaligen To-
desstreifen - vorbei an einstigen Grenzübergängen, Geisterbahnhöfen und Mauerresten. Zwischenstation auf der Strecke vom Prenzlauer
Berg zum Checkpoint Charlie ist ein alter Wachturm, der an jene erinnert, die die Fluchtversuche aus DDR mit dem Leben bezahlt haben.
Bei dieser Tour kommt es zwischen den Teilnehmern aus Ost und West häufig zum intensiven Austausch der Erinnerungen- für die spä-
ter Geborenenen eine spannende Geschichtsstunde.
Die "Afternoon-Clubtour" mit Berliner DJs hingegen hat die 20 Tanztempel der bärigen Stadt zum Ziel, die
"Nightseeing-tour", deren nächtlichen Zauber und die "Gay"-Route schwule Kieze zwischen Prenzlauer Berg und Schöneberg.
Wer seinen Koffer in Berlin hat - aber kein Zweirad, sei getröstet. Zur Tour für 9,50 Euro gibt,s das Leihrad für 4 Euro dazu.
Auf Rädern und Themen-routen durch die Hauptstadt touren, hier am Checkpoint Charlie.
Was Event-Touren angeht, so halten die Berliner weitere Angebote parat. Passagiere, die eher den Muskel-Schon-Gang bevorzugen, können sich im
kultigen Velotaxi auf drei flotten Rädern umherkutschieren lassen. Auf Nostalgiker dagegen wartet die Rundfahrt im offenen
Stretch-Trabi, und auch Trabi-Möchtegern-Selbstfahrer kriegen ihre Chance. Leute, die gern von
oben herab sehen, wählen den offenen Doppeldecker-Bus oder steigen in einen Ballon. Die Kehrseite wäre dann der Abstieg
in einen Bunker.
Und auch jenen Menschen, die gern auf eigenen Füßen stehen stellt sich nichts in den Weg. Stadtrundgänge, Abendspazierwege oder
Themen-Routen bieten eine reichliche Auswahl für Wählerische. Haste Töne - das wiederum lässt sich der Leierkastenspieler nicht zweimal
fragen, wenn er Sie durchs historische Berlin gegleitet.
msg
Thüringer Zeitung, Sonnabend, 22.Mai 2004
Freie Presse Chemnitz, Donnerstag, 26. August 2004
Grenzhasen und sprechende Sofas in Berlin
DIE TAGESTOUR: mit dem Fahrrad durch die Hauptstadt-Stadtführer strampelt mit Touristen auf dem ehemaligen Mauerstreifen entlang
Berlin. "Das war die Hochgeschwindigkeitsstrecke der Ost-Berliner S-Bahn, die rot-gelben Wagen aus der Vorkriegszeit beschleunigten hier auf 80 Kilometer pro Stunde." Unser Berlin-kundiger Führer deutet auf einen viergleisigen Umsteigebahnhof. Zu Mauerzeiten rasten die Züge durch den damaligen Geisterbahnhof, ein fliegender Fahrgastwechsel durfte keinesfalls stattfinden. Ein paar Schritte weiter der Abfertigungsplatz eines Grenzübergangs. Sogar die Spurmarkierungen für die wartenden Fahrzeugschlangen sind noch erkennbar.
Wir haben uns einer geführten Tour auf dem ehemaligen Mauerstreifen angeschlossen. Das Besondere: Die Hautstadt wird per Fahrrad erkundet. Erste Station ist der Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße, wo sich am späten Abend des 9. November 1989 die Schlagbäume nach Westen als erstes öffneten. Mitten auf der wuchtigen Stahlbrücke erinnert heute ein rotes Plastiksofa an den Mauerfall. Unser Stadtführer lässt uns darauf Platz nehmen:"Wahnsinn", tönt es sogleich vielstimmig aus im Sofa verborgenen Lautsprechern. Ein Kunstobjekt am Übergang. Weiter geht es mit den konfortablen Leihrädern zur Bernauer Straße. Hier sprangen 1961 etliche Ost-Berliner aus den Fenstern ihrer Häuser auf den zum Westen gehörenden Bürgersteig- in die Sprungtücher der West-Berliner Feuerwehr. Die östlichen Machthaber ließen die Häuser abreißen, um den Todesstreifen zu planieren. Noch heute erstreckt sich eine hässliche Brache längs der kilometerlangen Straße. Die Flutlichtscheinwerfer eines Sportstadions fallen auf: Hier errang die DDR ihren letzten historischen Sieg: 3:2 gegen die Fußball-Nationalmannschaft der USA. Das war im Frühjahr 1990, der "Arbeiter - und Bauernstaat" existierte nur noch auf dem Papier.

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Durch Fahrradspeichen aufgenommen stehen mehrere Fahrradfahrer vor dem
Brandenburger Tor in Berlin. Touristen können die deutsche Hauptstadt
per Bike mit sachkundigem Führer erkunden.
-Foto:FABIAN MATZERATH/DDP 
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An der Bernauer Straße kann man am rekonstruierten Todesstreifen durch
einen Schlitz in der Hinterlandmauer einen Blick auf die geharkte sandfläche
mit Lichtmasten und Kolonnenweg werfen.
-Foto:MARTIN WOLLENBERG
Nachdem man die Mauer fast restlos abgerissen hatte, wurde an der Bernauer Straße ein Stück samt Todesstreifen rekonstruiert. Durch einen Schlitz in der Hinterlandmauer, die das Niemandsland nach Osten abtrennte, blinzeln die Touristen auf die geharkte Sandfläche mit Lichtmasten und Kolonnenweg für die Kübel-Trabis. Ein Gärtner jätet Unkraut auf der sauber geharkten Fläche. "Die DDR-Grenzer waren da weniger zimperlich und haben Unkrautvernichtungsmittel versprüht", berichtet der Stadtführer.
Ein kleines Stückchen weiter, am ehemaligen Grenzübergang Chausseestraße- keine zwei Kilometer vom noblen Regierungsviertel entfernt- stoßen die einst voneinander abgeriegelten Stadtbezirke Mitte und Wedding aneinander. Kleine in den Asphalt eingelasssene Bronzehasen erinnern hier an die für Menschen undurchdringliche Grenze.
Am Spandauer-Schifffahrtskanal steht auf dem ehemaligen Todesstreifen ein übrig gebliebener DDR-Grenzwachturm. Dort begegnen wir Jürgen Litfin. Sein Bruder Günter wurde am 24.August 1961 als erster an der Zonengrenze erschossen, als er versuchte, den Kanal zu durchschwimmen. An diesem Tage hatten die DDR-Machthaber den Schießbefehl auf Flüchtlinge in Kraft gesetzt- unveröffentlicht natürlich. Heute betreibt der rüstige Rentner mit Urberliner Schnauze auf dem einstigen Überwachungsturm eine Gedenkstätte für die 172 Berliner Maueropfer. Im obersten Geschoss hat Litfin Darstellungen der Grenzanlagen, Artikel über den Tod seines Bruders und Befehle Erich Honeckers an die Grenztruppen gesammelt. Litfin finanziert den Turm zum größten Teil aus Spenden.
Weiter geht die Radtour über den Invalidenfriedhof ins Regierungsviertel. Einige Teile der Hinterlandmauer hat man in die Stahl- und Glaskonstruktion der pompösen neuen Parlamentsbibliothek integriert. Auf dem gepflasterten Platz hinter dem Reichstag. Wo einst der Todesstreifen verlief, warten heute die Chauffeure schwarzer Limousinen auf die Parlamentarier.
Am Brandenburger Tor ruft unser Fahrrad-Führer noch einmal die Bilder der Vereinigungsfeiern wach. Von dort sind es nur wenige hundert Meter zum Potsdamer Platz. Wir fahren an den Betonstelen des Holocaust-Mahnmals vorbei und umkurven die neu gebauten Hotel und Business-Türme. Unser Berlin-Führer macht uns auf ein Straßen-Dreieck mit rund 400 Meter Schenkellänge aufmerksam. Einst gehörte das Territorium dem Osten, war von der Mauer aber nicht eingefasst. West-Berlin, offenbar ebenfalls im Glauben an die hundertjährige Standfestigkeit der Mauer, wollte eine Schnellstraße entlang des Bollwerks bauen und erwarb 1988 das sogenannte Lenné-Dreieck vom notorisch devisenklammen Osten.
Als der Geschäftsabschlluss bekannt wurde, besetzten West-Berliner Alternative und Punks die Brachfläche und errichteten ein Hüttendorf. Über sechs Wochen schob die West-Polizei grimmig Wache am Rande der illegalen Siedlung. Und als das Gelände am 1.Juli 1988 formal in West-Eigentum überging und die Ordnungshüter das Gelände stürmen durften, machten sich die Besetzer über die Mauer nach Osten davon. Dort wurden sie mit Kaffee und Brötchen bewirtet und über den Grenzbahnhof Friedrichstraße wieder gen Westen geschickt.
Die letzte Station auf Berlins innerstädtischem Mauerstreifen ist der Checkpoint Charlie. An diesem Grenzübergang, den nur Ausländer und die Alliierten benutzen durften, standen sich kurz nach dem Mauerbau amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber. Die Welt hielt damals den Atem an, bis die Supermächte ihre Drohgebärden wieder aufs diplomatische Parkett verlagerten. Heute verhökern fliegende Händler am Kontrollpunkt Uniformmützen, Sowjetsterne und "Original-Mauerstücke".
INFORMATIONEN
Telefon: 030/440 48 300, im Internet: www.berlinonbike.de